Urlaubsanspruch 2014 – auch für Aushilfen

Wichtig: Bis zum 31. März 2015 Übertragung beantragen (Formular-Download)
Laut Manteltarifvertrag haben alle Arbeitnehmer bei DPD Anspruch auf Urlaub und auf Lohnfortzahlung bei Krankheit – auch Aushilfen! Vielen Aushilfen wurde aber gesagt, dass sie auf Urlaub und Lohn bei Krankheit keinen Anspruch hätten. Deswegen haben sie bisher keinen Urlaub genommen. Aber bis zum 31. März können sie noch beantragen, dass ihr Urlaubsanspruch aus 2014 in das Jahr 2015 übernommen wird. Die in 2014 nicht genommenen Urlaubstage können dann in 2015 genom-men werden. Wer bei DPD aufhört und noch offenen Urlaub hat, kann sich diesen auszahlen lassen.

Wieviel Urlaubstage für Aushilfen?
In dem Arbeitsvertrag, mit dem die Aushilfen bei DPD arbeiten, steht keine wöchentliche Arbeitszeit. Das ist nach § 12 des Teilzeit- und Befristungsgesetzes (TzBfG) nicht zulässig. Dort heißt es: „Wenn die Dauer der wöchentlichen Arbeitszeit nicht festgelegt ist, gilt eine Arbeitszeit von zehn Stunden als vereinbart.“ Das heißt, unabhängig davon, wie viele Stunden tatsächlich gearbeitet wurden, be-steht der Anspruch auf den Lohn für mindestens 10 Stunden pro Woche (wie der fehlende Lohn bei weniger tatsächlich gearbeiteten Stunden eingefordert werden kann, werden wir im nächsten Beratungsblatt erklären). Daher berechnet sich der Urlaubsanspruch auf der Basis von 10 Wochenstunden. Bei Vollzeit (40 Stunden) beträgt der Urlaubsanspruch 27 Tage; bei 10 Stunden pro Woche also anteilig 27/4 = 6,75 Tage pro Jahr. Wer nicht das ganze Jahr gearbeitet hat, hat Anspruch auf anteili-gen Urlaub. Wer also z.B. am 1.4. bei DPD eingestellt wurde, hat Anspruch auf ¾ des Jahresurlaubs. Und wer die Arbeit bei DPD beendet, kann sich den noch nicht genommen Urlaub auszahlen lassen, also für ein Jahr 567,54 € (6,75 Tage x 8 Stunden x 10,51 €).

Ganz wichtig: Nach dem 31. März verfällt der Urlaubsanspruch für das Vorjahr. Die Übertragung des noch nicht genommenen Urlaubs muss also bis spätestens 31.3. beim Arbeitgeber beantragt werden. Zum Beispiel mit dem unten stehenden Vordruck. Ihr könnt ihn direkt beim Personalbüro abgeben (lasst euch den Eingang quittieren und nehmt einen Zeugen mit) oder schickt ihn per Einschreiben mit Rückschein per Post.

Download: Text + Antrag auf verlängerte Übertragung des Resturlaubs

Siehe auch:
http://www.betriebsratspraxis24.de/top-themen/archiv/vorsicht-resturlaub-aus-2014-verfaellt-ende-maerz/

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Ein Gedanke zu “Urlaubsanspruch 2014 – auch für Aushilfen

  1. Ich habe im Depot 142 (Wuppertal-Oberbarmen) ab Mitte September 2015 als Aushilfe (Entlader; 450 Euro-Job; 8,50 €/h) gearbeitet.
    Auch in meinem Arbeitsvertrag fehlte eine Angabe der Wochenarbeitszeit.
    Nachdem ich im November 2015 krank wurde und ich keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall in der Lohnabrechnung sah, wendete ich mich an die Umschlagleitung. Diese teilte mir unumwunden mit, wenn ich auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall bestehe, müsse er mir kündigen. Folglich hatte ich zwei Tage später die schriftliche Kündigung im Briefkasten.
    Zwar erhielt ich die Lohnfortzahlung nachbezahlt, aber mir wurde die Weiterarbeit während der Kündigungsfrist (2 Wochen) untersagt, was sich im Einzug des Zugangsberechtigungsausweises manifestierte.
    Was soll ich sagen? „Natürlich“ erhielt ich keine Auszahlung des Urlaubsanspruchs und genausowenig keinen Lohn für die zwei Wochen, in denen ich faktisch freigestellt war.

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