Schweigen bei DPD in Duisburg?

Seit vier Jahren werden im DPD-Depot in Duisburg Beschäftigte drangsaliert. Der Grund: Sie nehmen ihre Rechte wahr und sind kritisch gegenüber vielen Vorgängen an ihrem Arbeitsplatz.

Jetzt haben drei Mitarbeiter einen Brief an die Konzernspitze geschickt. Darin schildern sie ihr Schicksal und bitten um Unterstützung durch das Management. Ihre Idee war, der Konzernführung ihre Perspektive zu schildern. Denn möglicherweise ist dort gar nicht bekannt, was im einzelnen im Duisburger Depot vorgeht. Doch auf den Brief folgte nur Schweigen.

„Das ist schlecht, denn darüber muss gesprochen werden!“, so einer der Mitarbeiter. „Und wenn wir weder hier vor Ort noch an der Firmenspitze Gesprächspartner finden, müssen wir verstärkt an die Öffentlichkeit gehen. Und dann wird es interessant“.

Ganz unbekannt ist das Depot nicht. In der lokalen Presse erscheinen seit Jahren Artikel, die die Geschichte dieses Standorts und ihrer Mitarbeiter dokumentieren. Bis 2013 stand auch die Gewerkschaft ver.di geschlossen hinter der Belegschaft. Nachdem eine ganze Abteilung mitsamt Beschäftigten an ein externes Unternehmen verkauft wurde, kämpften die Betroffenen mit Hilfe der Gewerkschaft erfolgreich für die Wiedereingliederung ins Unternehmen. Für den involvierten Betriebsrat gab es sogar eine bundesweite Auszeichnung durch den Betriebsrätetag.

Beschäftigte im Kreuzfeuer von DPD und ver.di

Doch zeitgleich drehte sich der Wind: „Der Betriebsrat und ver.di haben ihre eigenen Interessen. Oft stehen die im Gegensatz zu den Anliegen der Beschäftigten.“, urteilt ein Betroffener. Darauf folgt eine Schilderung, die die Hoffnungslosigkeit vieler Beschäftigter zeigt.

„Die Betriebsratswahl 2013 war ein Wendepunkt in der Betriebsgeschichte. Ver.di stellte eine Liste auf, die mit einem auffällig hohen Anteil an Briefwahl gewählt wurde. Viele Leute wurden zu Hause besucht und zur Wahl gedrängt. Auch wurden kurzfristig neue Leute eingestellt, was die Zahl der Wahlberechtigten erhöhte. Ungeachtet ihrer Eignung wurden viele Betriebsratsmitglieder nach der Wahl in Schlüsselpositionen im Betrieb befördert. Der Betriebsratsvorsitzende wurde zum Umschlagsleiter, ein Bereich mit über 300 Beschäftigten. Dass ein Betriebsrat die so entstehenden Interessenskonflikte zu Gunsten des Betriebs entscheidet ist nicht verwunderlich. So kann DPD an vielen Stellen den Druck auf die Beschäftigten erhöhen, um mehr Gewinne zu erzielen oder selbstverschuldete Verluste an anderen Stellen ausgleichen. Dass es dabei nicht immer legal zugeht, zeigt das Beispiel der Teilzeitkräfte. Diese erhalten keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und keinen bezahlten Urlaub.

Da Betriebsratsmitglieder gleichzeitig Vorgesetzte sind, wehren sich Beschäftigte nur selten. ver.di gewährt ihnen in Konflikten auch keinen Rechtsschutz. Die Gewinner sind dabei DPD und ver.di. Die Verlierer sind die große Zahl der Beschäftigten, auf deren Rücken das Spiel ausgetragen wird.“

Kritische Beschäftigte systematisch verfolgt

„Doch das Spiel wird immer wieder gestört. Es gibt Menschen, die sich erfolgreich wehren. Bei der letzten Betriebsratswahl gab es nicht nur die ver.di-Liste. Dass die Wahl zu Gunsten der ver.di-Liste manipuliert wurde, konnte leider bis heute gerichtlich nicht bewiesen werden. Die Anfechtung der Wahl scheiterte an der Falschaussage eines Zeugen, der dafür später polizeilich überführt wurde. Gerüchte, dass der Zeuge für seine Aussage Geld bekam, lassen erahnen, dass es eine generelle Bereitschaft zu kriminellen Mitteln gibt. Schlussendlich werden seit der Wahlanfechtung einige kritische Beschäftigte auf vielfältige Art unter Druck gesetzt. Teilweise geht es dabei soweit, dass die Familien von Betroffenen bedroht werden. Prozesse vor den Arbeitsgerichten bezeugen die vielen Kündigungs- und Versetzungsversuche. Diese gehen zwar meist gut für die Beschäftigten aus, rauben aber viel Zeit und Energie. Es wäre gut, wenn diese Anstrengungen entsprechend Früchte tragen würden. Zum Beispiel, dass sich die Situation im Betrieb so verbessert, dass mehr Beschäftigte etwas davon haben.“

„Viele Konflikte dringen aber gar nicht erst an die Öffentlichkeit, weil sich kaum jemand traut, den Mund aufzumachen. Ja, auch hier ist Schweigen angesagt!“

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DPD Duisburg: Prozess-Marathon dauert an

Am 11.5.2017 kam es vor dem Landesarbeitsgericht in Düsseldorf zu zwei weiteren Verhandlungen. Gegenstand waren zwei Kündigungen von Beschäftigten durch DPD. Gewonnen haben wieder die Beschäftigten.

Die Versuche seitens DPD, unbequeme Beschäftigte durch Kündigungen, Versetzungen und Freistellungen an ihrer Arbeit zu hindern, scheitern immer wieder vor den Arbeitsgerichten. Mittlerweile hat auch das Arbeitsgericht in Duisburg erkannt, dass hinter all diesen Verhandlungen ein System steckt. In einem vorausgegangenen Urteil bescheinigen sie einem Teamleiter, dass dessen mittlerweile vier Jahre dauernde gerichtliche Auseinandersetzung mit DPD Duisburg dem Paketdienst allein dem Zweck gedient hat, ihn von seiner Arbeit im Betrieb fernzuhalten. Dafür spräche, dass DPD entgegen zahlreicher Urteile der Arbeitsgerichte den Beschäftigten entweder gar nicht oder, wenn überhaupt, an einem völlig anderen Arbeitsplatz hat arbeiten lassen. Erwähnt wird auch, dass dies zumindest in einem zeitlichen Zusammenhang mit der von ihm angefochtenen Betriebsratswahl steht.

Stoppt die Diskriminierung von Minijobbern

Noch immer werden die vielen Kolleginnen und Kollegen, die einen Minijob bei DPD haben, um einen Teil ihres Lohns betrogen. Urlaub ist generell unbezahlt und auch im Krankheitsfall gibt es nichts. Wer sein Geld einfordert, bekommt keinen neuen Vertrag.

Damit muss endlich Schluss sein! Lasst uns DPD dazu bringen, alle Beschäftigten korrekt zu bezahlen! Gemeinsam können wir das schaffen! Werdet Teil der Paketdrohnen!

Wie? Kontaktiert uns!

Mehr zu lesen? Hier!

 

 

Teamleiter wird wieder Teamleiter

DPD ist nach etlichen Versuchen, einen Kollegen und Teamleiter zu kündigen oder ihn zumindest zu degradieren, zum wiederholten Male gescheitert. Das Arbeitsgericht Duisburg bestätigte damit jetzt vor allem ein Ergebnis eines älteren Gerichtsurteils, wonach der Kollege seinen alten Arbeitsplatz als Teamleiter in Halle 2 behalten sollte. Wieder einmal konnte DPD Anschuldigungen gegen den Kollegen nicht belegen. Zu Recht erscheinen die Handlungen seitens DPD vor den Gerichten immer unglaubwürdiger. Immer deutlicher wird auch dort das eigentliche Motiv der Depotführung: Kritische Stimmen sollen zum Schweigen gebracht werden. Und Kritik gibt es viel, wie dieser Blog zeigt.

Hinweis auf aktuelle Termine

Hier der Hinweis gleich auf mehrere Termine, alle beim Arbeitsgericht Duisburg:

Kündigung abgewiesen

Der Versuch, ein ehemaliges Betriebsratsmitglied von DPD in Duisburg zu kündigen, ist vorerst gescheitert. Schon vor der Betriebsratswahl 2013 war der Kollege nicht mehr mit den Machenschaften des heutigen BR-Vorsitzenden Sogukkan und seinen Gefolgsleuten einverstanden und stellte sich deshalb damals nicht mehr zur Wahl. Seitdem wurde er im Betrieb schikaniert und gemobbt. Vorläufiger Höhepunkt war der Versuch, ihn zu Kündigen, was nun vorerst gescheitert ist. Nach dem Güte- und dem 1. Kammertermin vor dem Arbeitsgericht Duisburg hat nun das Landesarbeitsgericht bestätigt, dass die Kündigung abgewiesen wird. Doch damit ist die Auseinandersetzung nicht zu Ende: Noch während des Verfahrens kam es zu einem weiteren Kündigungsversuch. Wir halten euch über die Entwicklung auf dem Laufenden.

Was tun, wenn DPD zu wenig Geld bezahlt?

Wir haben schon einmal über die Situation der Aushilfen bei DPD geschrieben:

Hier nochmal die Links zu den Texten auf Deutsch, Türkisch und Englisch

 

Jetzt geht es darum, wie Ihr DPD zwingen könnt, das Geld zu bezahlen, was Euch zusteht:

Wenn Ihr feststellt, dass ihr wie oben beschrieben mehr Geld bekommen müsstet, solltet Ihr zuerst überlegen, was mehr Wert ist. Einerseits könnt Ihr mehr Geld bekommen. Andererseits wird Euer Vertrag dann sicherlich nicht verlängert. Ein guter Zeitpunkt, das Geld einzufordern, ist deshalb direkt nach einer Vertragsverlängerung oder wenn Ihr wisst, dass Ihr sowieso bald aufhören wollt, bei DPD zu arbeiten.

Schreibt auf, wann Ihr krank wart und wann Ihr in Urlaub wart. Dahinter schreibt auf, wie viel Geld Ihr theoretisch in dieser Zeit verdient hättet, wenn ihr in Eurem gewohnten Rhythmus gearbeitet hättet. Wie viel Ihr genau bekommt, muss dann jemand in der Verwaltung ausrechnen. Es wird vielleicht etwas weniger sein als Ihr berechnet. Schreibt auf, dass Ihr das Geld zu einem bestimmten Zeitpunkt haben wollt. Das sollte frühestens nach 10 Tagen sein oder bis zur nächsten Abrechnung. Schickt das als Einschreiben mit Rückschein an DPD Duisburg, damit ihr beweisen könnt, dass Euer Brief angekommen ist.

Bei Fragen könnt Ihr uns immer kontaktieren, wir helfen Euch gern dabei!

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